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Aktuelles

07.08.2012: Flutkind Sophia - Wiedersehen nach 10 Jahren

Wiedersehen 10 Jahre nach der Flut

10 Jahre nach der Flutkatastrophe in Sachsen gab es im Krankenhaus St. Joseph-Stift nun ein besonders bewegtes und erfreuliches Wiedersehen. Sophia U. (10) und ihre Mutter Marina U. (35) besuchten das St. Joseph-Stift, das Krankenhaus in dem Sophia in den dramatischen Tagen im August 2002 das Licht der Welt erblickte. Dort traf sie zum ersten Mal den Arzt, der damals ihre Geburt begleitete. Dr. med. Frank Berchtig, damals Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, konnte  sich noch sehr gut an Sophia und ihre Mutter erinnern. Tochter, Mutter und Arzt waren tief bewegt vom Wiedersehen und freuten sich einander nun kennenzulernen.

Geburt in dramatischen Tagen
Was Sophia bisher nicht wusste: Ihre Geburt ist den Hebammen, Schwestern und Ärzten im St. Joseph-Stift tief in Erinnerung geblieben ist. Das St. Joseph-Stift war damals aufgrund seiner Lage und des besonnenen Handelns des Krankenhausdirektoriums und des Technischen Leiters, Herbert Löffler, als einziges Krankenhaus in Dresden nicht evakuiert worden. Während der gesamten Zeit konnten Patienten aufgenommen und medizinisch versorgt werden. Möglich gemacht wurde das nicht zuletzt durch das außerordentliche Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unzähliger freiwilliger Helfer, die schier Übermenschliches leisteten.
In der Nacht von Sophias Geburt am 16. August 2002 drang Wasser aus der Kanalisation auch in den Keller des St. Joseph-Stifts ein. Vorsorglich hatte man bereits am Tag begonnen, den Keller im Altbau und den Südflügel auszuräumen. Auch die Küche, die Notaufnahme, das Labor und die Röntgentechnik mussten aus dem Untergeschoss in höher gelegene Teile des Krankenhauses umziehen. Sieben Löschzüge aus der Lausitz kämpften gemeinsam mit der Abteilung Technik des Krankenhauses in der Nacht gegen das eindringende Wasser. Als Sophia gegen 22 Uhr zur Welt kam, öffnete Chefarzt Berchtig das Fenster zu einem kleinen Balkon im zweiten Stock des Krankenhauses und zeigte das in warme Decken eingepackte Neugeborene den Helfern. „Dafür arbeitet ihr – danke!“, rief er den Helfern zu. Die Einsatzkräfte ihrerseits applaudierten, um gleich im Anschluss mit noch mehr Tatkraft weiterzuarbeiten. Während der Fluttage im August erlebte das Krankenhaus St. Joseph-Stift einen wahren Geburten-Boom. Insgesamt kamen über 40 Babys zur Welt.

Wiedersehen 10 Jahre danach
Noch 10 Jahre danach ist besonders die Mutter, Marina U., glücklich, dass die Geburt in diesen turbulenten Tagen so unproblematisch verlief. „Das St. Joseph-Stift war mein Wunsch-Krankenhaus schon von Anfang an“, strahlt sie. „Es konnte natürlich niemand ahnen, dass der Geburtstermin von Sophia in das Elbehochwasser fällt. Trotz der besonderen Umstände habe ich mich aber die gesamte Zeit sehr gut aufgehoben und von Ärzten und Schwestern bestens betreut gefühlt“, strahlt sie. „Es war ein besonderer Zusammenhalt zu spüren - alle arbeiteten Hand in Hand. Ich bin allen sehr dankbar.“ Den Kreißsaal und die Station erkennt sie kaum wieder. Sie ist begeistert von den neuen Räumen.
Sophia hat von den Umständen ihrer Geburt aus Erzählungen ihrer Mutter erfahren. Zum 1.Geburtstag bekam sie von Bekannten auch prompt ein Buch über die Flutkatastrophe in Sachsen geschenkt. Die Begegnung mit Dr. Berchtig fand sie sehr spannend. Mit ihm gemeinsam ging sie auf den Balkon, auf dem Dr. Berchtig sie damals den Helfern zeigte und durfte sogar auch mal in den Kreißsaal schauen. Jetzt kennt sie endlich das St. Joseph-Stift und hat nun auch Gesichter zu den Personen von denen ihr ihre Mutter bisher nur erzählen konnte.

Das Zusammentreffen fand im Rahmen von Fernsehaufnahmen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) statt. Den gesamten Beitrag sehen Sie in den Sondersendungen des MDR zur „Flutwoche“ vom 13.-19.08.2012.

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