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Pressemitteilung

26.05.2014: Multiresistenter Problemkeim „MRSA“ im Blick

St. Joseph-Stift etabliert zweistufiges MRSA-Screening für Patienten

Dresden, 26.05.2014. Der Schutz vor Keimen und geeignete Hygienemaßnahmen sind weiterhin in der öffentlichen Diskussion. Multiresistente Keime stellen besonders in Krankenhäusern ein Problem dar, deren Verbreitung und Übertragung mittels geeigneter Maßnahmen eingedämmt werden muss. Das Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden geht nun erstmals neue Wege: Seit 1. April werden alle stationären Patienten einem zweistufigem MRSA-Screening (Testverfahren) unterzogen. Ziel ist es, neu auftretende Infektionen (nosokomiale Infektionen) zu vermeiden oder möglichst gering zu halten. Nach unserem Kenntnisstand ist das St. Joseph-Stift das erste Krankenhaus in Dresden, das in dieser Art konsequent flächendeckend alle stationären Patienten auf MRSA testet. „Mit dem Testverfahren unternehmen wir eine weitere Anstrengung für noch mehr Patientensicherheit. Vorher wurde ein Test auf MRSA lediglich bei Verdacht durchgeführt. Die Einführung des Screenings erfolgt, obwohl das Krankenhaus die Kosten dafür nicht erstattet bekommt“, unterstreicht Dr. med. Reinhard Goerl, Ärztlicher Direktor und Hygieneverantwortlicher im St. Joseph-Stift.

MRSA steht für Methicillin resistenter Staphylococcus aureus und ist weit verbreitetet. MRSA-Keime sind gegen die meisten Antibiotika unempfindlich, das heißt bei der Behandlung einer Infektion mit MRSA können sie den Infektionsverursacher nicht abtöten. Zirka 30 Prozent aller Menschen (Europäisches Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention) sind Träger des Bakteriums, das Haut und Schleimhäute besiedelt, ohne dass sie Krankheitserscheinung zeigen. Die Besiedlung wird in der Regel nicht bemerkt, weswegen die Keime besonders im Krankenhaus für Menschen mit herabgesetzten Abwehrkräften, offenen Wunden oder Hautekzemen zum Problem - für den Träger selbst oder durch Übertragung für andere Patienten - werden können. Den MRSA-Status von Patienten zu kennen, ist deshalb wichtig, um zu verhindern, dass die Keime von der Haut oder Nasenschleimhaut in eine Wunde und damit in den Körper gelangen, zum Beispiel bei einer Operation oder durch Übertragung, und dort Infektionen auslösen.

Das MRSA-Screening im St. Joseph-Stift erfolgt in zwei Stufen. Alle Patienten erhalten einen Fragebogen zu bekannten Risikofaktoren für MRSA. Diese 12 Risikofaktoren orientieren sich an Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Dazu gehören neben einer bekannten MRSA-Besiedlung vor allem ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik in den letzten 12 Monaten, ein Alter über 70 Jahren in Kombination mit einem Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim, eine chronische Pflegebedürftigkeit oder die Einnahme von Antibiotika innerhalb der letzten sechs Monate. Wird ein Patient daraufhin vom Arzt als potentieller Träger der MRSA-Keime eingestuft, erfolgt eine mikrobiologische Laboruntersuchung von Abstrichen der Nasenhöhlen, des Rachens und gegebenenfalls Wunden und Kathetereintrittsstellen.

Bei geplanten Eingriffen erfolgt das zweistufige Testverfahren bereits einige Tage vor der Aufnahme ins Krankenhaus im Rahmen der vorstationären OP-Vorbereitung in der zentralen Klinikambulanz. Wird eine Besiedlung mit MRSA festgestellt, erhält der Patient durch seinen Hausarzt eine Sanierungstherapie, die dazu dient, die MRSA-Keime zu beseitigen. So soll sichergestellt werden, dass möglichst keine Keime von außerhalb ins Krankenhaus eingetragen werden. Wird die Besiedlung im Krankenhaus selbst, z.B. bei Notfallpatienten, festgestellt, wird der Patient zum Ausschluss des Übertragungsrisikos isoliert und die erforderliche Sanierungstherapie eingeleitet.

Im St. Joseph-Stift wird das zweistufige MRSA-Screening in dieser Art zunächst ein Vierteljahr getestet und im Anschluss gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen.

 

Weitere Informationen:
Julia Mirtschink, Öffentlichkeitsarbeit
Tel:  0351 / 44 40 – 22 44
E-Mail: mirtschink[@]josephstift-dresden.de

 

 

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