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Pressemitteilung

04.02.2020: Krankenhaus St. Joseph-Stift implantierte als drittes Zentrum in Europa die neuartige Generation eines Schrittmachersystems im Beckenbodenbereich

Der operierende Arzt Dr. Ulf Kopprasch (2. v.l.) und das gesamte OP-Team sind mit dem Verlauf der Operation sehr zufrieden.

Am 24. Januar 2020 wurde am Krankenhaus St. Joseph-Stift erstmals eine neue Generation eines Blasen- bzw. Darmschrittmachers erfolgreich implantiert – es handelte sich dabei um die europaweit dritte Implantation eines solchen Schrittmachers und die überhaupt erste im gynäkologischen Bereich. Der Eingriff fand im Rahmen des „Netzwerk Beckenboden“ statt, das es bereits seit 2011 am Krankenhaus St. Joseph-Stift gibt.

Dresden, 03.02.2020. Bei der Therapie handelt es sich um ein Verfahren der Sakralen Neuromodulation, die auch oft als Therapie mit Blasen- oder Darmschrittmacher bezeichnet wird. Dieses Verfahren findet Anwendung bei Patienten mit Drang- und Stuhlinkontinenz bzw. Harnblasenentleerungsstörungen. Die Funktion von Blase und Darm sowie der für die Kontinenz verantwortlichen Muskulatur wird über Nervenbahnen gesteuert. Ist diese Informationsübermittlung gestört, können die Schrittmacher die Informationsübertragung zwischen Gehirn und Blase bzw. Darm durch niedrig dosierte Stromimpulse stimulieren und die Symptome dauerhaft lindern. Es ist deshalb zur langfristigen Therapie von bestimmten funktionellen Beckenbodenfunktionsstörungen geeignet.
Bisher waren die Schrittmacher und die Elektroden jedoch nicht für nachfolgende MRT-Untersuchungen geeignet, d.h. dieses bildgebende Verfahren blieb den Patienten dann versagt.

Erfolgreiche Operation bei einer Patientin mit neurologischer Grunderkrankung
Am Freitag, 24. Januar 2020 wurde im Krankenhaus St. Joseph-Stift erstmals eine neue Generation von Schrittmachern implantiert, die voll MRT-tauglich ist.
Die Patientin stammt aus Cottbus, ist 34 Jahre alt und leidet aufgrund einer Multiplen Sklerose seit Jahren an einer Dranginkontinenz mit schwer kontrollierbarem Harndrang einerseits und einer Blasenentleerungsstörung andererseits. Gerade aufgrund der Neurologischen Grunderkrankung ist die Möglichkeit, diese zukünftig auch mittels MRT kontrollieren zu können, eine sehr gute Nachricht.
Die Patientin erhielt den Schrittmacher nach entsprechender Diagnostik und einer erfolgreichen Testphase im Dezember. Der Eingriff wurde am 24.01.2020 in unserem Krankenhaus komplikationslos durchgeführt und die Patientin konnte am 25.01.2020 bei Wohlbefinden und mit bereits deutlich spürbarem Therapieeffekt nach Hause entlassen werden.

Netzwerk Beckenboden am Krankenhaus St. Joseph-Stift vereint Spezialisten
Erkrankungen des Beckenbodens, wozu auch Blasen- bzw. Darmfunktionsstörungen und Inkontinenzen zählen, gehören zur besonderen Expertise des Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden. Hier wurde im Jahr 2011 das Netzwerk Beckenboden etabliert, in dem erfahrene Fachärzte der Fachdisziplinen Gynäkologie, Urologie, Chirurgie und Radiologie aus der Klinik sowie niedergelassenen Arztpraxen für die bestmögliche Diagnostik und Therapie des Patienten zusammenarbeiten.
Unter dem Motto „Blasenschwäche und Beckenboden: Kein Tabu. Wir helfen!“ veranstaltet das Netzwerk Beckenboden einmal im Jahr einen Patiententag, bei dem die Spezialisten mit verständlichen und informativen Vorträgen über Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie von Inkontinenz und Beckenbodenschwäche informieren. Der nächste Patiententag Netzwerk Beckenboden findet am 24. Juni 2020 im Krankenhaus St. Joseph-Stift statt.
Betroffene können sich auch hier informieren: https://netzwerkbeckenboden.de/

Pressekontakt:    
Julia Mirtschink, Öffentlichkeitsarbeit
T 0351 / 44 40 – 2244
mirtschink@josephstift-dresden.de

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