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Pressemitteilung

07.10.2020: St. Joseph-Stift eröffnet das erste stationäre Hospiz für Dresden

Bild 1: (vrnl) Geschäftsführer Peter Pfeiffer, Staatssekretärin Dagmar Neukirch (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt) sowie Hospizleiter Johannes Bittner durchschneiden im Innenhof des Hospizes symbolisch das Band zur Eröffnung.
Bild 2: Sich wie zuhause fühlen: Die Zimmer im Hospiz sind wohnlich eingerichtet. Eigene Bilder und liebgewonnene Gegenstände können von den Hospizgästen mitgebracht werden, auch an ein Ausklappbett für Zugehörige, die jederzeit willkommen sind, ist gedacht. Bild 3: Im geräumigen Wohnzimmer mit Wohnküche können Bewohner und Angehörige in Gemeinschaft sein, zusammen kochen, backen, essen, aber auch feiern.

Am heutigen Mittwoch (7.10.) eröffnete das St. Joseph-Stift gemeinsam mit Staatssekretärin Dagmar Neukirch symbolisch das erste Dresdner Hospiz - das Marien-Hospiz. Damit schließt das St. Joseph-Stift eine wichtige Versorgungslücke in der Region Dresden, in der ein stationäres Hospiz bislang fehlte. Menschen mit einer fortgeschrittenen lebensbegrenzenden Erkrankung finden im neuen Hospiz einen fürsorglichen Ersatz für ihr Zuhause, an dem ein behütetes und würdevolles Sterben möglich wird.

Dresden, 07.10.2020. In unruhigen Zeiten entstehen manche Dinge ganze leise. Für das St. Joseph-Stift und viele im Bereich Palliativversorgung und Hospizarbeit Tätige aus Dresden erfüllte sich heute ein lang gehegter Herzenswunsch: Das Marien-Hospiz am St. Joseph-Stift in Dresden wurde heute (7.10.) termin- und kostengerecht nach 24 Monaten Bauzeit symbolisch eröffnet, die ersten Hospizgäste werden am Montag (12.10.) aufgenommen. Bei der Begleitung von Sterbenden in Hospizen spricht man nicht von Patienten, sondern von Gästen. Zirka 160 Hospizgäste und deren Angehörige sollen pro Jahr im Marien-Hospiz begleitet werden.

Geschäftsführer Peter Pfeiffer: „Dass wir das Hospiz heute eröffnen können, ist tatsächlich auf das Engagement derjenigen zurückzuführen, die tagtäglich in ihrer Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen zu tun haben. Als Wegbereiterin möchte ich hier vor allem Frau Dr. med. Barbara Schubert, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin im St. Joseph-Stift nennen, die unser Zentrum für Palliativmedizin mit Palliativstation und dem sogenannten Brückenteam aufgebaut hat und leitet. Im Schulterschluss mit ihren Dresdner Kollegen aus der Palliativmedizin und -pflege hat sie sich unermüdlich für den Bau des Hospizes eingesetzt und wichtige Impulse gesetzt. Als Krankenhaus mit katholischen Wurzeln ist uns die Begleitung von Sterbenden von jeher ein besonderes Anliegen. Für uns bedeutet es, das Lebenswerk unserer Ordensschwestern fortzuführen, deren Ursprung in der Pflege von Kranken und Sterbenden lag. Mit dem Bau des ersten Dresdner Hospizes mitten im Herzen von Dresden übernimmt das St. Joseph-Stift als Spezialversorger Verantwortung für die gesamte Region.“

Aufgrund der Pandemie musste auf eine große Eröffnungsveranstaltung verzichtet werden. Umso mehr freuten sich die Verantwortlichen im St. Joseph-Stift, Staatssekretärin Dagmar Neukirch, Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, begrüßen zu können. Der Freistaat unterstützte den 2,74 Millionen teuren Bau des Hospizes mit Fördermitteln in Höhe von 440.000 Euro. Bei einem Rundgang verschaffte sich die Staatssekretärin einen Überblick über die Räumlichkeiten und unterstrich die Bedeutung des Hospizes für Dresden:

Staatssekretärin Dagmar Neukirch, Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Die Schließung der Versorgungslücke für Schwerstkranke und Sterbende in Dresden bedeutet eine große Erleichterung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Eine angemessene hospizlich-palliative Versorgung sicherzustellen, ist dem Freistaat schon lange ein besonderes Anliegen und wird daher in großem Umfang gefördert. Die Landesförderung für das Marien-Hospiz beträgt 444.000 Euro und ich bin sehr froh, dass wir mit dieser Unterstützung in Dresden 12 stationäre Hospizplätze realisieren konnten. Die letzte Lebensphase in einer angenehmen Atmosphäre, in Würde, erleben zu dürfen, ist ein großes Geschenk. Der wichtigen Arbeit und dem Engagement von Träger, Mitstreitern, Unterstützern, Haupt- und Ehrenamtlichen kann nicht genug gedankt werden. Der Freistaat wird sie auch weiterhin darin unterstützen.“

Palliativmediziner und Hospizarbeiter sind sich einig: Endlich ein Hospiz für Dresden!
Bis dato war Dresden, eine Metropolregion mit rund einer Million Einwohnern, die einzige Landeshauptstadt in Deutschland ohne ein stationäres Hospiz. Das nächstgelegene Hospiz befindet sich in Radebeul im Landkreis Meißen. Damit konnte der Bedarf an Hospizbetten schon seit vielen Jahren nicht adäquat gedeckt werden. Eine durch das Staatsministerium beauftragte Studie hatte einen Bedarf von 13 stationären Hospizplätzen für Dresden ermittelt. Entsprechend groß ist nun die Erleichterung mit der beispielsweise Palliativmediziner der Dresdner Krankenhäuser auf die Eröffnung der Einrichtung im Zentrum der Stadt reagieren:

Dr. med. Christin Prudlo, Oberärztin der Palliativstation im Diakonissenkrankenhaus Dresden: „Ich denke, für uns wird sich mit der Eröffnung des Dresdner Hospizes die Wartezeit auf einen heimatnahen Hospizplatz für die Patienten der Palliativstation verkürzen. Wir können damit hoffentlich einigen Patienten den Umweg über die Kurzzeitpflege ersparen bzw. den Angehörigen aufwendige Fahrtwege in weiter entfernte Hospize.“

Gutes Leben auch im Sterben ermöglichen
Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, wünschen sich die meisten Menschen, zuhause in der gewohnten Umgebung zu sterben. Leider ist das nicht immer möglich. Fehlen Angehörige oder ist die medizinisch-pflegerische Versorgung in der Häuslichkeit nicht gewährleistet und die Lebenserwartung auf wenige Wochen bis Monate begrenzt, können diese Menschen in einem Hospiz ein zweites Zuhause finden. Im Hospiz ist man auf die ganzheitliche Begleitung von Sterbenden spezialisiert, mit ausreichend Zeit und Personal, um auf die Bedürfnisse des Hospizgastes einzugehen und ein behütetes und würdevolles Sterben zu ermöglichen. Ein Ziel, das im hektischen Betrieb von Krankenhausstationen oder Pflege- und Altenheimen bei allem Bemühen und Ringen um eine bestmögliche Begleitung nicht immer gewährleistet werden kann. Die Schaffung und Erhaltung von größtmöglicher Lebensqualität und Selbstbestimmung stehen im Hospiz ganz klar im Mittelpunkt. Der Hospizaufenthalt ist für den Gast kostenlos, 95% wird von der Krankenkasse finanziert, die verbleibenden 5% muss das Hospiz durch Spendengelder selbst aufbringen.

Johannes Bittner, Leiter des Marien-Hospizes: „Ich freue mich auf unsere Arbeit im Marien-Hospiz als einen Ort des Lebens mitten in Dresden. Hier darf gelacht und gelebt, aber auch gestorben und getrauert werden. Umfassende Zuwendung und Geborgenheit, das möchten wir unseren Gästen zuteilwerden lassen. Damit sich die uns anvertrauten Menschen wie zu Hause fühlen, haben wir in der Gestaltung der Räume alles darangesetzt, einen wohnlichen Ort zum Wohlfühlen zu schaffen. Die Hospizarbeit steht und fällt aber in ganz besonderem Maße mit unseren rund 30 Mitarbeitern, bei denen neben Herz und Verstand auch ein „Berufen sein“ zu spüren ist. Wichtige Voraussetzung für die bereichernde, aber auch nicht minder schwere Aufgabe, welche vor uns liegt.“

Ein fürsorgliches Ersatz-Zuhause
Im Marien-Hospiz stehen 12 Einzelzimmer mit eigenem Bad, TV, Kühlschrank, WLAN und teilweise Terrassenzugang, auf Wunsch mit Übernachtungsmöglichkeiten für Zu- und Angehörige, zur Verfügung. Eigene Bilder und liebgewonnene Gegenstände dürfen selbstverständlich mitgebracht werden und schaffen eine vertraute Atmosphäre. Die Wünsche und Bedürfnisse der Hospizgäste bestimmen den gesamten Tagesablauf.

Im 980m² großen Hospiz in der vierten Etage des neugebauten Maria-Merkert-Hauses gibt es einen begrünten Innenhof sowie ein Wohnzimmer mit Wohnküche fürs gemeinsame Kochen, Backen, Essen, aber auch zum Feiern. Familie und Nahestehende sind für die Unterstützung der Hospizgäste immens wichtig und sind im Hospiz jederzeit willkommen. Dabei stehen die Mitarbeiter Angehörigen genauso zur Seite wie den Hospizgästen selbst und unterstützen in krisenhaften Situationen von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer. Unser „Raum der Stille“ bietet allen Menschen im Hospiz eine Möglichkeit zum Rückzug, für Besinnung, Meditation oder Gebet.

Ganzheitliche Betreuung für Körper und Seele
Damit diese gelingt, übernehmen ausnahmslos ausgebildete Fachkräfte die ganzheitliche Betreuung der Hospizgäste. Der Betreuungsschlüssel im Hospiz ist mit 1:3 entsprechend hoch. Das multiprofessionelle Team mit rund 30 Mitarbeitenden umfasst erfahrene Pflegefachkräfte, Hauswirtschafter, Seelsorger, eine Sozialarbeiterin und zukünftig auch Ehrenamtliche. Die ärztliche Versorgung im Hospiz übernehmen Palliativmediziner bzw. kann auch der Hausarzt die Versorgung im Hospiz weiterführen.

Spender und Unterstützer gesucht
Der Bau von Hospizen wird nur zum Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Deswegen war das St. Joseph-Stift bereits während der Bauphase auf der Suche nach Spendern. Zu diesen Unterstützern zählen die Förderstiftung der Elisabethschwestern, der Rotary Club Dresden e.V., der Stiftungsfonds GALENOS vertreten durch die Bürgerhilfe Dresden sowie weitere Unternehmen aus der Umgebung und viele private Spender.
Hospizarbeit ist ohne Spenden und Ehrenamt undenkbar. Den Hospizgästen entstehen keine Kosten für den Aufenthalt, der allerdings nur zu 95% von den Krankenkassen finanziert wird. Die verbleibenden 5% müssen vom Hospiz durch Spendengelder selbst aufgebracht werden. Auf der Webseite des Hospizes wurde dafür ein Online-Spendenportal eingerichtet. Aber auch Ehrenamtliche sind eine wichtige Säule der Hospizarbeit.


WEITERFÜHRENDE INFOMATIONEN

Versorgung am Ende des Lebensbogens als ein wesentlicher Schwerpunkt im St. Joseph-Stift
Im Krankenhaus St. Joseph-Stift werden Menschen in allen Phasen des Lebens behandelt; einige werden gerade erst geboren, andere sind am Endes des Lebensbogens angelangt. In diesem breit gefächerten Behandlungsspektrum hat sich das St. Joseph-Stift in den letzten Jahren mit eindeutigen Schwerpunkten als unverzichtbarer Spezialversorger für die Region Dresden etabliert. Dazu zählt neben dem Schilddrüsenzentrum, dem EndoProthetikZentrum (EPZ), dem Darmkrebs- und Brustkrebszentrum sowie der zweitgrößten Geburtshilfe im Stadtgebiet insbesondere auch die Altersmedizin und die Palliativmedizin. In der größten Akutgeriatrie in Dresden (54 Betten) werden Hochbetagte spezialisiert behandelt. Als überregional anerkanntes Zentrum für Palliativmedizin mit einer Palliativstation, dem sogenannten Brückenteam (spezialisierte ambulante Versorgung) sowie der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden setzt das St. Joseph-Stift seit vielen Jahren Maßstäbe bei der Versorgung unheilbar Erkrankter. Das Marien-Hospiz komplettiert nun dieses Versorgungsangebot für sterbende Menschen am Lebensende für die gesamte Region Dresden.

Was unterscheidet ein Hospiz von einer Palliativstation?
Ein Hospiz ist eine spezialisierte Pflegeeinrichtung, die auf die ganzheitliche Betreuung von Sterbenden spezialisiert ist.
Im Unterschied dazu ist eine Palliativstation eine spezialisierte Krankenhausstation, die auf die ganzheitliche Diagnostik und Therapie von unheilbar erkrankten Menschen fokussiert ist. Durch frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Beschwerden, soll Leid gelindert oder vorgebeugt werden, um damit die Lebensqualität zu verbessern bzw. zu erhalten. Ziel ist die Entlassung und anschließende Betreuung des Patienten nach Hause, wo gegebenenfalls eine Weiterbetreuung durch ein Brückenteam oder Hospizhelfer ermöglicht werden kann. Ist eine Entlassung in die Häuslichkeit jedoch nicht möglich und die Lebenserwartung auf Tage, Wochen oder wenige Monate begrenzt, können diese Menschen in einem Hospiz einen fürsorglichen Ersatz für das eigene Zuhause finden und dort bis zum Lebensende begleitet werden.

Marien-Hospiz: Gottesmutter Maria als Namenspatronin
Namenspatronin für das Marien-Hospiz ist die Gottesmutter Maria, unter deren besonderen Schutz die Einrichtung gestellt wird. Getragen wird die Arbeit im Marien-Hospiz von der christlichen Haltung der Nächstenliebe sowie der Überzeugung, die Würde jedes Menschen bis zuletzt zu stärken. Dies geschieht unabhängig von Religion, Herkunft oder sozialem Status.
Das Hospiz befindet sich in der 4. Etage des neugebauten Maria-Merkert-Hauses, das nach einer der vier Gründerschwestern der Schwestern von der heiligen Elisabeth benannt ist. Die Ordensschwestern gründeten vor 125 Jahren in der Dresdner Johannstadt das Krankenhaus St. Joseph-Stift.

Voraussetzungen für die Aufnahme in ein Hospiz
Das Marien-Hospiz steht allen Menschen offen,

  • die mindestens 18 Jahre alt sind und an einer fortschreitenden Erkrankung ohne Aussicht auf Heilung mit einer begrenzten Lebenserwartung von wenigen Wochen bis Monaten leiden
  • deren stationäre Krankenhausbehandlung abgeschlossen ist,
  • bei denen eine ambulante Versorgung nicht (mehr) ausreichend möglich ist,
  • bei denen eine umfassende palliative Pflege und Begleitung erforderlich ist.

Jeder, der im Hospiz aufgenommen werden will, muss sich die Notwendigkeit ärztlich bestätigen lassen und benötigt eine Bewilligung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Kontakt & Webseite Marien-Hospiz Dresden
Marien-Hospiz Dresden
Canalettostr. 10, 01307 Dresden
Telefon: 0351/ 44 40 – 2520
Fax: 0351/ 44 40 – 2521
info@marienhospiz-dresden.de
Webseite inklusive Spendenportal: www.marienhospiz-dresden.de

Medienkontakt:    
Julia Mirtschink
Leiterin Unternehmenskommunikation

T 0351 / 44 40 – 2244
mirtschink@josephstift-dresden.de

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